Sonntag, 22. April 2018

Traumwetter beim 13. Darß-Marathon

Sonnenuntergang auf dem Darß

Bereits zum 5. Mal treten wir zum Walking-Halbmarathon im Rahmen des Darß-Marathons an. Nach Schneeregen im Vorjahr belohnt perfektes Wetter die insgesamt mehr als 1.200 Finsher dieser Top-Veranstaltung, die alljährlich früh ausgebucht ist, weil Laufstrecken durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft führen und die Nationalparkverwaltung keine größere Teilnehmerzahl zulässt. Mit der Endzeit von 2:58:40 Std. können wir auch in diesem Jahr die Schwelle von 3 Stunden unterbieten, aber die 3-Stundengrenze rückt von Jahr zu Jahr zu näher.

Born Km 16Start Walking-HM in WieckPrerow Km 6

Auf den letzten Kilometern mussten wir kämpfen, und es ist fraglich, ob wir ohne Unterstützung unserer Kölner Freunde an der Laufstrecke die Zeit erreicht hätten. Am Abend feiern wir im Restaurant Walfischaus am Hafen von Born den erfolgreichen Abschluss einer in diesem Jahr besonders schönen Woche auf dem Darß und sind spätestens beim faszinierenden Sonnenuntergang fest entschlossen, auch im kommenden Jahr wieder anzutreten und uns an der 3-Stundengrenze zu messen. - Fotoserie

Dienstag, 30. Januar 2018

30 Jahre Laufglück 1988-2018 - Was war, was ist, was bleibt: Auftakt zur Artikelserie (Update 13.03.2018)


17.05.2003 Zieleinlauf Rennsteiglauf 73,2 km Im Alter von 38 Jahren begeben wir uns 1988 auf einen Fußweg in die Welt des Ausdauerlaufs. Unsere Reise in dieser Welt ist nur begrenzt planbar und führt uns in immer wieder neue Räume, deren Existenz wir vor ihrem Betreten nicht vermuteten. Lauf-Events setzen ungeahnte Kräfte frei, vermitteln hoch emotionale Erlebnisse und lassen uns Lebensqualitäten spüren.
Nach dem Studium investieren wir zunächst Zeit und Kraft in berufliches Engagement. Sportlich sind wir nur an Wochenenden und während des Urlaubs akitv. Mit beruflicher Routine wachsen Räume, die für Sport genutzt werden könnten. Attraktivere Alternativen als körperliche Anstrengungen sind zu dieser Zeit Ruhe und Bequemlichkeit, solange wir nicht auf Reisen in einsamen Landschaften oder Bergregionen unterwegs sind. Dort stellen Fußgänger-Aktivitäten Anforderungen an Fitness und Ausdauer, die mit unsportlichem Lebensstil nicht harmonieren. Fehlende Fitness verdirbt Freude an Reiseerlebnissen. Wir lieben unseren Urlaubsstil. Um ihn nicht ändern zu müssen, entscheiden wir uns für Änderungen des Lebensstils.
Aus praktischen Gründen wählen wir Laufsport als Fitnessprogramm und lernen, dass Laufen mehr als Bewegung und Ortsänderung bedeutet. Bewegung ist ein universelles Naturprinzip. Organisches Leben nutzt Bewegung aktiv in verschiedenen Modalitäten: fliegen, schwimmen, kriechen, fließen, gleiten, rollen, schreiten, hüpfen, springen etc.. Evolutionär bildet sich ausdauerndes Laufen als spezifische Bewegungsart für Menschen heraus. Körperbau, Bewegungsapparat, Organe, Psyche und Metabolismus sind auf Ausdauerlauf abgestimmt.(1) Wissenschaftliche Aspekte sind Randthemen der Artikelserie. Primär hilft die eigene Laufbiographie zu verstehen, was wir über einen langen Zeitraum betrieben und geleistet haben, was unsere Motivation antrieb, wohin sie uns führte, wie das Alter ein Läuferleben modelliert. Lauf-Events ab 1988 in Bildern

Montag, 29. Januar 2018

30 Jahre Laufglück - Was war 1987/88: Wie alles begann, als wir Läufer wurden (Update 25.02.2018)

Wer kein Ziel hat, kann auch keines erreichen! - Laosi (Laotse, Lao-Tse, Laudse, Lao-tzu)

Ortlergipfel im Abendlicht Ein Schlüsselerlebnis in den italienischen Alpen ist Auslöser unseres Laufsportbeginns. Im Juli 1987 schauen wir in Südtirol bei prächtigem Sommerwetter von der Payerhütte in 3.029 m Höhe zum 3.905 m hohen Ortler, höchster Gipfel der Ostalpen, und beobachten vom Gipfel zurückkehrende Seilschaften. Wir bewundern Fähigkeiten der Bergsteiger. Beeindruckt sind wir jedoch vor allem von starken positiven Emotionen des Glücks und der Begeisterung, die zurückkehrende Bergsteiger ausstrahlen. Besondere Fähigkeiten ermöglichen offensichtlich besondere Emotionen. An solchen Erfahrungen möchten wir teilhaben. Unsere Fitness ist durchaus brauchbar, immerhin können wir problemlos in 3 Stunden von Sulden zur 1.200 m höher liegenden Payerhütte aufsteigen, aber wir wissen, eine Ortlerbesteigung ist kein Spaziergang und auch keine Wanderung. Sie stellt technische und konditionelle Anforderungen, denen wir damals nicht gewachsen sind. Zusätzlich fehlen uns Erfahrung und Ausrüstung, aber das ist das kleinere Problem. Unser Alter scheint zumindest kein Hindernis zu sein. Die meisten der beobachten Bergsteiger befinden sich in unsere Altersklasse (damals 37 Jahre). Etliche von ihnen sind älter wir. Das kurze Erlebnis an der Payerhütte lässt uns nicht mehr los. die Tour auf den Ortlergipfel via Normalweg erklären wir zum Ziel für den Sommer 1988. Wir lassen uns auf ein Abenteuer ein, das wir uns erarbeiten müssen, ohne zu wissen, wie es ausgehen wird.

Sonntag, 28. Januar 2018

Laufglück 1.0 - Was war 1988-1995: Upgrade vom Couch-Potato zum Runner (Update 25.02.2018)

"Wenn du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du ein neues Leben willst, lauf Marathon." Emil Zátopek 

Zielbereich Kurfürstendamm, Berlin-Marathon 1990Gisela und Karlheinz im ZielGisela und Karlheinz im Zielbereich des Hamburg-Marathons

Der bevorstehende Sommerurlaub 1988 rückt näher. Das beabsichtigte Ortler-Projekt ermahnt uns, Fitness-Arbeit aufzunehmen. Wir vermuten, dass bei konsequentem Training etwas mehr als 3 Monate Vorbereitung ausreichen werden. Über unseren Bewegungs- und Stützapparat und dessen Defizite machen wir uns wenig Gedanken. Ohne Orthopäden, Internisten oder Kardiologen zu befragen, kaufen wir neben Laufschuhen eine Anleitung für Anfänger und laufen am 1. Mai 1988 einfach los. Unser regelmäßiges Lauftraining sieht zunächst Einheiten jeweils samstags und sonntags sowie 2x während der Woche vor. Als Laufstrecke wählen wir eine 5,5 km lange Runde um den Decksteiner Weiher im Äußeren Kölner Grüngürtel, den wir mit dem Fahrrad erreichen (2,3 km einfache Strecke). Der Einstieg fällt schwerer als erwartet. Ehe wir die Runde ohne Gehpausen laufen können, sind zunächst einige Lektionen zu lernen.
Lauf-Events ab 1988 in Bildern - Jahres-Laufchroniken als Clip: 1989 - 1990 - 1991 - 1992 - 1993 - 1994 - 1995

Samstag, 27. Januar 2018

Laufglück 2.0 - Was war 1996-1999: Never stay - Runner forever (Update 05.04.2016)

Gruppenfoto vor dem Start Arolsen-Marathon 1988-1994 erreichen wir bei Marathonläufen alljährlich Leistungsfortschritte (Laufglück 1.0 - Was war 1988-1995: Upgrade vom Couch-Potato zum Runner), aber über 10 km können wir uns seit 1992 nicht mehr steigern und werden eher langsamer. Nach einem überaus erfolgreichen Marathon-Jahr 1994 geraten wir 1995 in eine Laufkrise, die bei Gisela bis in das Jahr 1996 reicht. Im Alter von 38 Jahren haben wir zu spät mit dem Laufen begonnen, um Anschluss an die Leistungsspitze zu finden. Vielleicht fehlt auch das notwendige Talent. Mehr als Mittelfeld ist nicht möglich. Die 3-Stundengrenze werden wir im Marathon nicht unterbieten zu können, weil unsere Grundschnelligkeit nicht ausreicht bzw. abnimmt.(1) Krisen sind Herausforderungen, an denen man wachsen kann. Wir nehmen die Herausforderung an und suchen nach Auswegen. Das aktuelle Kapitel beschreibt den Weg aus der Krise. - Lauf-Events ab 1988 in Bildern Jahres-Laufchroniken als Clip: 1996 - 1997 - 1998 - 1999

Donnerstag, 25. Januar 2018

Laufglück 3.0 - Was war 2000-2004: Marathon und mehr - Running into the great wide open

"Nur diejenigen, die riskieren, zu weit zu gehen, können herausfinden, wie weit sie gehen können."  T. S. Eliot

Gruppenfoto Nach 12 Laufjahren haben sich auf unserem Laufkonto jeweils mehr als 50.000 Lauf-Kilometer und 26 bzw. 35 Wettkämpfe über die Marathondistanz oder darüber hinaus angesammelt. Im Jahr 2000 erreichen wir im Alter von 50 Jahren den Zenit unserer Ausdauer-Leistungsfähigkeit. Dank täglichem Training, ganzjähriger langer Läufe, hartem Wintertraining in Benediktbeuern und zahlreichen Wettkämpfen verfügen wir über eine stabile Belastbarkeit, die uns erlaubt, ohne spezifische Vorbereitung an Marathonläufen teilzunehmen. Unser Fokus verlagert sich auf Ultra-Distanzen jenseits der Marathondistanz. Für Ultra-Läufe trainieren wir Distanzen von 50-60 km. Marathons und Tempoläufe auf Distanzen von 10 km bis Halbmarathon trainieren Konstanz und Tempohärte. Unser Laufkonto wächst in den Jahren 2000-2004 jeweils um ca. 22.000 Laufkilometer auf insgesamt 65.000/70.000 Kilometer. Zinsen unseres Laufkontos ermöglichen im Zeitraum 2000-2004 neben vielen Wettkämpfen auf Unterdistanzen 34/35 Marathons und 21/22 Ultra-Langläufe auf 4 Kontinenten.
Die Szene der kleinen Ultra-Gemeinde sammelt sich in Europa in einem öffentlich kaum sichtbaren Paralleluniversum. (In Südafrika schaut das anders aus). Den Austausch von Informationen organisiert unter dem Dach der International Association of Ultrarunners (IAU) in Deutschland die Deutsche Ultramarathon Vereinigung (DUV), bei der wir Mitglieder sind.
Wir wissen, dass wir uns auf dem Wendepunkt unserer Leistungskurve befinden und hoffen, dass die Kurve flach verläuft. In der Realität fällt sie schlingernd.(1) - Lauf-Events ab 1988 in Bildern - Jahres-Laufchroniken als Clip: 2000 - 2001 -2002 - 2003 - 2004


Samstag, 20. Januar 2018

Training im Königsforst nach Wintersturm Burglind und Friederike

Rath-Forsbacher Weg Lehmbacher WegSteinbruchsweg

Am 2. Januar fegt ein atlantisches Sturmtief über Deutschland hinweg, Sturm Burglind. Für den Namen ist der Sturm nicht verantwortlich, jedoch für zahlreiche Schäden. Die Namensvergabe regelt das Meteorologische Institut der Freien Universität Berlin im Rahmen von Wetterpatenschaften. An der Reihe war ein weiblicher Vorname mit dem Anfangsbuchstaben 'B'. Den Namen des Tiefs verdanken wir der Wetterpatin Burglind Gorn, die sich als Wetterpate den Namen gesichert hat. Wir kennen die Dame nicht und wissen keinen Tratsch zu berichten. Wenn wir gefragt worden wären (was eher in seltenen Ausnahmen der Fall ist), hätten wir für Brünhild plädiert, eine der neun Töchter Odins, die in der nordischen Götterwelt als Walküren den Tod ankündigen und Menschen beim Wechsel vom Leben zum Tod auf die andere Seite begleiten.
4 Tage nach dem Sturm sind im Köngisforst die meisten Hauptwege bereits freigeräumt, aber nicht alle, sodass unsere Laufstrecke vorübergehend zu einem abwechslungsreichen und interessanten Hindernisparcours mutiert. Abseits der Wege macht Bruchholz das Ausmaß der Zerstörung deutlich. - Fotoserie Burglind
Von Burglind verursachte Schäden sind noch nicht vollständig beseitigt, als Sturm Friederike am 18. Januar das Zerstörungswerk fortsetzt. Zwei Tage später können wir uns auf der Trainingsrunde im Köngisforst ein Bild machen. - Fotoserie Friederike

Lehmbachweg Rath-Forsbacher Weg Tütbergweg

Montag, 8. Januar 2018

Walk on the Wild Side - Trainingsrunde am Kölner Hochwasser

Blick von der HohenzollernbrückeAlte Liebe am Rodenkirchener RheinuferRheinufer am Fischmarkt

Das oft abschreckende Wintertraining ist aktuell spannend. Während ein Wintersturm unseren Parcours im Königsforst mit Hindernissen garniert (Post: Training im Königsforst nach Sturm Burglund), steigt im Rhein das Hochwasser mehr als 5,5 m über das Mittelwasser von 3,21 m (10-Jahres-Durchschnitt). Höhen vermeintlicher Jahrhunderthochwasser von 1784 (13,55 m), 1993 (10,65 m) und 1995 (10,69 m) und deren Schäden sind nicht zu befürchten, weil nach den letzten verheerenden Hochwassern Vorkehrungen für Wasserstände bis 11,30 m Höhe ergriffen wurden. Der Kölner Pegel (KP) steigt bis auf 8,87 m und löst Maßnahmen des Hochwasserschutzes aus. Schiffsverkehr wird ab 8,30 m KP eingestellt. Rheinuferwege sind wegen Überflutung gesperrt. Mobile Spundwände sichern tiefer liegende Ortsteile. Dass Security-Personal mobile Spundwände bewachen muss, damit Chaoten sie nicht entfernen, irritiert uns gewaltig. Erfreulicher stimmt eine Begegnung im Domforum. Auf unserer ca. 25 km langen Route gehen wir durch den äußeren Grüngürtel, zu dem der ehemalige preußische Festungsring nach dem 1. Weltkrieg umgestaltet wurde, vorbei am Festungsmuseum nach Rodenkirchen und entlang des Rheinufers bis zur Hohenzollernbrücke. Vor der Rückkehr durch die Innenstadt nutzen wir das Domforum für eine Pause und treffen dort überraschend auf einen netten alten Bekannten. - Fotoserie

Freitag, 24. November 2017

Läuferfreundschaft ohne Altersgrenzen - Juppi (Josef) zum 70. Geburtstag (Update 19.12.2017)

Zieleinlauf London to Brighton über 90 km,  5.10.2003
Juppi ist begeisterter Läufer. Seine Motivation beruht nicht auf natürlichem Talent, sondern auf Fleiß und einem starken Willen. Juppi beeindruckt nicht als eleganter Frontrunner. Wie bei Emil Zatopek vermittelt sein Laufstil ein Bild harter Arbeit. Was wie Arbeit ausschaut, ist in Wahrheit Ausdruck von Leidenschaft, die keine Anstrengung scheut und sich mit der Rolle eines Statisten nicht zufrieden gibt. Juppi ist ein Kämpfer, als Läufer und in seiner gesamten Lebenseinstellung. Beim Laufen zeigt sich, was ihn auszeichnet. Mehr als 100 Marathonläufe und zahlreiche Ultraläufe beendet er ohne Ausnahme regulär im Ziel. Selbst wenn Bedingungen aussichtslos zu sein scheinen, kommt ein Abbruch nicht in Frage. Nicht der Weg ist das Ziel, Juppi will ankommen, aber letztlich läuft Juppi um des Laufens willen, weil Laufen Lebenselixier ist und Menschen glücklich macht!
- 26 Jahren Läuferfreundschaft - Diashow als Clip in Youtube: Läufer sind glückliche Menschen
- Josefs Ultra-Wettkämpfe und Bestleistungen in der DUV-Ergebnisdatenbank: Steingaß, Josef




Samstag, 4. November 2017

Rursee-Walk über 16,5 km Walk - Festtag im goldenem Herbst am Eifeler Obersee

Kölner Walker kurz vor dem ZielEinruhr am Rursee Der Rursee-Marathon beendet in Einruhr traditionell die touristische Saison an der Ruhrtalsperre. Seit der Erstauflage des Marathons im Jahr 1997 haben wir die Veranstaltung nur bei ernster Verhinderung versäumt. Marathon ist Vergangenheit, aber erfreulicherweise wird am Vortag des Marathons eine 16,5 km Walking-Runde im Nationalpark Eifel um den Obersee angeboten, an der wir heute zum 5. Mal teilnehmen. Prächtiges Herbstwettter lockt in diesem Jahr ein größeres Starterfeld als in Vorjahren auf die Strecke. Altersmäßig rücken wir allmählich an die Spitze. Nur 4 Starter sind älter als wir. Diese lassen wir im Ziel hinter uns. Auf der profilierten Strecke beginnen wir im moderaten Tempo und bemerken bald, dass heute mehr geht. Auf 3 knackigen Steigungen besetzen wir die Überholspur und landen mit der Endzeit von 2:26:54 auf den Plätzen 27/28 im vorderen Mittelfeld von 92 Finishern (Ergebnisliste 16,5 km Walking). Am Start und im Ziel treffen wir alte Lauffreunde, die uns in vielen Schlachten ans Herz gewachsen sind. Höchstes Lob gilt erneut einer perfekten Organisation dieser familiären Veranstaltung. Das ganze Dorf legt sich ins Zeug. Wir bewundern dieses Engagement und danken herzlich. - Fotogalerie